Das Morning Workout - Fit und frei in den Tag
Das Training am Morgen, direkt nach dem Aufstehen, fasziniert mich seit vielen Jahren und ich war und bin immer auf der Suche nach dem ultimativen Morning Workout. Mittlerweile weiß ich, da es kein ultimatives Training gibt und Alles immer in Bewegung ist und sich verändert und wächst, aber trotz Allem würde ich sagen, das ich jetzt meinem Ziel vom perfekten Workout am Morgen schon ziemlich nahe gekommen bin.
Als ich vor ungefähr 15 Jahren damit begann morgends, nach dem Aufstehen, noch vor dem Frühstück, meine Waldläufe zu machen, war ich begeistert von der anregenden Wirkung des Trainings auf Körper und Geist. Ich fühlte mich den ganzen Tag über energetisch aufgeladen und gut gelaunt. Der Nachteil jedoch war, das ich keine Lust hatte jeden Morgen einen Waldlauf zu machen und auch wenn ich das Laufen heute noch geniesse, glaube ich das mehr als 1-2 Mal pro Woche 5-10 Kilometer vollkommen ausreichend sind und alles andere sich eher negativ auf Fitness, Gesundheit und Vitalität auswirkt.
Vieles ist seit der Zeit meiner ausgedehnten Waldläufe passiert. Neben Fighter-Fitness, Yoga, Kettlebell Training, Brazilian Jiu Jitsu und verschiedenen anderen Kampf- und Körperkünsten habe ich mich auch intensiv mit Atem und Energetisierungstechniken beschäftigt und fand so immer neue Teile für mein Morning Workout Puzzle.
Je nach Jahreszeit, Trainingszielen du persönlicher Motivation habe ich mit einer gewissen Regelmäßigkeit, mal mehr und mal weniger intensiv am Morgen trainiert. Neben Waldläufen, auch ausgedehnte Fighter-Fitness und Kettlebell Sessions, sowie Joint Mobility Training, als Übungen zur Steigerung der Gelenkmobilität. Ergänzt wurden diese Workouts mit „Special Sessions“ wie z.B. dem Laufen am frühen Morgen im Dunkeln, oder Burpee Sessions um 4.30 Uhr, Mitten im Sommer wenn die Vögel gerade anfangen zu zwitschern. Erfahrungen hab ich also genug gesammelt und so konnte ich gerade in den letzten Tagen all mein Wissen nutzen, um mein vielleicht bisher bestes Morning Workout überhaupt zu kreieren.
Begonnen habe ich ganz klassisch mit Übungen zur Gelenkmobilität, diese jedoch habe ich relativ zügig und mit ein wenig Krafteinsatz und Schwung ausgeführt, so das der Puls nach oben ging und mein Körper wirklich auch erwärmt wurde. Darüber hinaus habe ich die Bewegung mit meinem Atemrythmus koordiniert, was zwar nicht einfach, aber überaus wichtig ist. Durch mein jahrelanges Training habe ich natürlich auch ein gutes Gefühl dafür, Joint Mobility Übungen schnell und kraftvoll auszuführen, ohne dabei unnötige Belastungen für die Gelenke entstehen zu lassen, von daher konnte ich das Programm relativ schnell beginnen. Die Koordination von Atmung und Bewegung hilft mir dabei mich zu fokusieren und den Körper bewusst zu entspannen.
Dort wo der Atem fliesst lösen sich unnötige Verspannungen auf. Deshalb ist es so wichtig wirklich voll und mit dem ganzen Körper zu atmen. Einer meiner Lehrer Alex Kostic hat mir nicht nur einige Atemtechniken der russischen Kampfkünste, sondern auch Techniken aus der Bioenergetic nach Dr. Alexander Lowen beigebracht, welche ich nutze und in mein Training einbaue. Nach den Übungen zur Steigerung der Gelenkmobilität, habe ich einige relativ leichte Bodyweight Exercises ausgeführt. Mein Ziel war es die Durchblutung des Körpers gezielt zu steigern, ohne mich dabei zu sehr anzustrengen. Einige „Atem Burpee“ Varianten von Steve Maxwell und einige Übungen auf dem Push Up Board, dem Liegestütze Brett bildeten den Abschluß des körperlichen Trainings.
Im ersten Teil meines Morning Workouts hatte ich also folgendes erreicht:
- Mein Kreislauf wurde angeregt und dadurch mein Körper besser durchblutet
- Meine intensive Atmung hat den Körper mit sehr viel Sauerstoff versorgt
- Meine Gelenke wurden bewegt und somit eventuelle Abfallprodukte abgebaut
- Die Bewegung der Wirbelsäule hat den Fluß der allgemeinen Lebensenergie angeregt.
Ich war entspannt und fit, aber noch lange nicht fertig. Also füllte ich drei Eimer mit kaltem Leitungswasser (so kalt wie es aus der Leitung eben möglich ist) und schüttete mir diese nacheinander über. Das „Cold Water Dousing“ wird auf der ganzen Welt ausgeführt und hat unzählige Anhänger die auf die Wirkung des Wasser auf Körper und Geist schwören. Für mich ist das überschütten mit kaltem Wasser eine körperliche und geistige Reinigung. Auf körperlicher Ebene wird der gesamte Organismus geschockt und erzeugt durch die plötzliche Kälte, vermehrt Wärme im Körper. Diese Wärme ist wie eine Art Fieber, das den Körper reinigt. Wichtig ist es, sich danach warm genug anzuziehen, damit man den Körper nicht unterkühlt, dies ist nämlich ungesund und nicht Sinn und Zweck der Sache.
Auf geistiger Ebene spült das Wasser all meine negativen Emotionen und Energien weg. Nach der Reinigung überkommt mich eine wohltuende Ruhe und Gelassenheit die einige Zeit anhält und mich regelrecht mit positiver Energie auflädt. Auch beim Dousing achte ich darauf den Körper entspannt und den Atem fliessen zu lassen.
Denn Abschluss meines morgendlichen Trainings bildete das sogenannte Bioenergetische Atmen. Diese Form des Atmens unterscheidet sich sehr stark von typischen Yoga oder Entspannungsatemtechniken und sorgt dafür, das man auf emotionaler Ebene mehr oder weniger die Kontrolle verliert und von allen negativen Emotionen loslässt. Diese Übung kann bei einigen Menshen zu extremen spontanen Gefühlsausbrüchen führen und ich beschreibe bewusst nicht, wie diese Techniken funktionieren, weil man solche Dinge nie ohne professionelle Hilfe ausführen sollte.
Für mich sind diese Atemtechniken wunderbar entspannend und reinigen mich noch einmal auf körperlicher und geistiger Ebene von angestauten Aggressionen, usw. Nachdem ich auch diesen Teil meines Trainings abgeschlossen hatte, fühlte ich mich vollkommen entspannt und frei. Kein Körperteil das ich nicht bewegt hätte und die Energie von Wasser und Atem, die mich gereinigt und energetisiert hat, sorgten für ein unglaubliches Wohlgefühl.
Danach ging ich entspannt, aber wach und frei (ohne Verkrampfungen und aufgestauten Emotionen) in den Tag. Diese Art des Trainings berührt den ganzen Menschen und behandelt ihn nicht nur als physische Maschine. Körper und Geist bilden im Menschsein eine Einheit und sollten auch beim Training gemeinsam Beachtung finden.
Die Ruhe und Energie eines neuen Morgens ist der ideale Zeitpunkt, für solch ein Training und ich bin froh nach sovielen Jahren des Experimentierens endich ein wenig angekommen zu sein.
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Die hier beschriebenen Übungen dienen rein informativen Zwecken und sollten nicht nachgemacht werden. Bevor Sie mit einem Trainingsprogramm Ihrer Wahl beginnen, sollten Sie dies immer erst mit einem Arzt abklären.
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