Aiki – Internal Power
Aufwandslose Kraft & natürliche Bewegung
Aiki bedeutet, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen, zu fühlen, was Bewegung ausmacht und wie bzw. wo sie im Körper entsteht. Es verändert das eigene Nervensystem und die Art und Weise, wie man sich bewegt, fundamental, und erschafft so vollkommen neue Handlungsmöglichkeiten.
Kraft, Ausdauer und Explosivität sind wichtige Attribute, aber sie beeinflussen die Leistung eines Menschen nur bis zu einem gewissen Punkt. Was wirklich zählt, ist die Bewegung. Wie bewegt sich ein Mensch? Wie selektiv kann er seine Muskeln an- und entspannen? Wie gut fühlt er seinen Körper, kann er seine Struktur oder Balance wahrnehmen? Das ist es, was wirklich zählt, und Aiki, die mysteriöse Kraft der alten japanischen Kriegskünste, ist genau das: eine verbesserte Körperwahrnehmung, die dazu führt, sich effizienter zu bewegen. Auch wenn Björn die Wurzeln von Aiki, oder „Internal Power“, wie es in manchen Kampfkünsten heißt, respektiert und zu schätzen weiß, ist Aiki für ihn universell und nicht auf Kampfkunst begrenzt.
Es geht um gute Bewegungsqualität, nicht um brachiale Kraft oder schnelle Muskelfasern, sondern darum, wie man den Körper so steuert, dass er sein natürliches Potenzial entfalten kann. Für Björn war Aiki die logische Fortsetzung dessen, was ihm Fighter-Fitness in den ersten Jahren gelehrt hat. Damals ging es um Struktur, Stabilität und Haltung, und mit Aiki wird alles feiner. Krafttraining baut Muskeln auf, Aiki hilft dabei, den Körper so zu organisieren, dass er diese Muskeln optimal nutzen kann. Oder anders gesagt: Während konventionelles Training darauf fokussiert ist, einen immer stärkeren Motor zu bauen, aber immer nur im ersten Gang zu fahren, fokussiert sich das Aiki-Training darauf, die Gangschaltung optimal zu nutzen. Beides zu kombinieren, ist natürlich die beste Option.
Aiki-Training ist nicht einfach und braucht Zeit. Es dauert, bis sich das Nervensystem und der Körper verändert haben, aber der Unterschied zum normalen Krafttraining ist, dass sich diese Effekte bis ins hohe Alter weiter verfeinern lassen, während reine Kraft, bzw. deren Anwendung in praktischen Situationen, eher eine Domäne der Jugend ist. Aiki ist schwer in Worte zu fassen. Wirklich verstehen kann man es nur, wenn man es
fühlt, und selbst dann ist es schwer zubegreifen, wie Aiki funktioniert. Vielleicht ist genau das der Grund, warum es so unbekannt ist und gleichzeitig von vielen Scharlatanen praktiziert wird. Aiki kann man auf verschiedene Weise übersetzen, oft wird es „internal power“, also innere Kraft, genannt – ein Begriff, der nicht nur in den japanischen, sondern auch in den chinesischen Kampfkünsten bekannt ist. Für Björn war Aiki eine Offenbarung, etwas, das er lange gesucht hat, ohne zu wissen, dass er es überhaupt sucht. Was also macht Aiki konkret aus?
Prinzipiell hat diese innere Kraft verschiedene Effekte, aber die relevantesten sind die Entwicklung einer aufwandslosen Kraft. Der Gegner spürt die Kraft, kann aber nicht bewusst dagegenhalten, weil sein Nervensystem nicht schnell genug realisiert, was gerade passiert. Ein weiterer Effekt sind trügerische, „unsichtbare“ Bewegungen, also z. B. Angriffe, die nur schwer bzw. sehr verspätet wahrgenommen werden können. Darüber hinaus sind auch ballistische Schläge, also extrem „schwere“ Schläge und Tritte aus kürzester Distanz, ein Markenzeichen des Aiki. Björn hat einen sehr undogmatischen Zugang zu Aiki und verzichtet vollends auf klassische Traditionen. Für ihn ist es eine Bewegungslehre, die den Körper und das Nervensystem komplett neu strukturiert und so neue Handlungsmöglichkeiten schafft. Björn praktiziert Aiki seit 18 Jahren und lernte unter anderem von Alex Kostic, Torsten Kanzmeier, Minoru Akuzawa und Robert John.
Aiki ist nicht für jeden: Es ist kompliziert, es ist schwer zu erlernen, es dauert Jahre, bis man wirklich Fortschritte macht. Aber die Ergebnisse sind spektakulär, weil sie eben nicht auf „normaler“ Kraft und Explosivität basieren, sondern auf zeitlosen Attributen, die man im Laufe seines Lebens immer weiter verbessern kann. Aiki ist nicht die Resilienz der Jugend, sondern die Finesse der Erfahrung – und das macht es für Björn so interessant.
Einige Lehrer von denen Björn lernen durfte
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