Trainingsprinzipien

Wie funktioniert Fighter-Fitness?

Training ohne Fokus ist oft verschwendete Zeit und bringt höchstens eine kurze, anfängliche Euphorie. Wer seinen Körper über Jahrzehnte gezielt aufbauen und verändern will, braucht ein tiefes Verständnis für die Funktionsweise des Körpers und die Wirkung der verschiedenen Trainingsmethoden.

Fitness-Trends müssen einfach sein und für alle gleich funktionieren, nur so haben sie eine Chance, heutzutage überhaupt wahrgenommen zu werden. In seiner Anfangszeit war Fighter-Fitness genauso ein System: simpel und für jeden gleich strukturiert. Grundsätzlich kann sowas manchmal ganz hilfreich sein, gerade wenn große Gruppen von Menschen in kürzester Zeit fit werden müssen (z. B. beim Militär, bei Behörden etc.), aber ein wirklich optimales Training ist einfach nicht generisch, sondern immer individuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen angepasst. Aus diesem Grund gibt es auch heute nicht mehr DAS Fighter-Fitness-Workout, sondern nur verschiedene Tools, Übungen und Prinzipien, aus denen man das passende Workout zusammenstellen kann.

Schritt 1: Stabilität und Struktur
Die Grundlagen von Fighter-Fitness beginnen genau mit diesen zwei Attributen, und wer noch am Anfang seiner sportlichen Karriere oder körperlichen Entwicklung steht, der muss sich genau darauf fokussieren. Alles beginnt mit Struktur: Grundlegende Übungen wie Liegestütz, Klimmzug oder Kniebeuge sind Hilfsmittel dafür, dem Schüler die nötige Körperspannung und isometrische Kraft zu vermitteln und eine gute Körperstruktur während der Übungsausführung beizubehalten. Kontrolle in relativ langsamer Bewegung und die Entwicklung von statischer Kraft stehen bei Fighter-Fitness in der Anfangsphase im Vordergrund.

Schritt 2: Dynamische Arbeit
Im nächsten Schritt geht es darum, die statischen Strukturen, die man entwickelt hat, auch bei dynamischen Übungen beizubehalten. Es geht also darum, Übungen relativ schnell und explosiv auszuführen und dabei das Zusammenspiel aus schnellen konzentrischen Bewegungen, isometrischer Körperspannung und umkehrender bzw. abbremsender exzentrischer Kraft zu entwickeln. Denn im realen Leben sind es genau diese drei Komponenten, aus denen sich jede Bewegung zusammensetzt.

Schritt 3: Das Nervensystem trainieren
Die Fähigkeit, ständig auf unvorhergesehene Umstände reagieren und den Körper in seinen Bewegungen justieren und anpassen zu können, unterscheidet gute Athleten von schlechten Athleten. Aus diesem Grund geht es nicht nur darum, schnell reagieren zu können, sondern das Nervensystem so zu konditionieren, dass ein schneller Wechsel zwischen isometrischen, konzentrischen und exzentrischen Spannungsphasen sowie eine schnelle Entspannung zwischen den Phasen möglich ist. Hier nähert sich das Training dem Aiki-Training an, auch wenn es dabei noch wesentlich einfacher und genereller ist.

Schritt 4: Optimierung der Regeneration
Nur wer genug Energie hat, kann viel trainieren und regeneriert schnell. Genau aus diesem Grund geht es bei Fighter-Fitness nicht nur um den Muskelaufbau, sondern um die Entwicklung von Ausdauer und einer guten Regenerationsfähigkeit. Wer sich vor, während und nach dem Training gut fühlt, kann dauerhaft gute Leistungen bringen – das gilt gerade für ältere Athleten, die immer noch ein hohes Trainingspensum haben.

Schritt 5: Individuelle Ziele
Hier kommt es darauf an, wofür jemand trainiert. Fighter-Fitness kann den Schwerpunkt Hypertrophie, also Muskelaufbau, haben, es kann aber auch ein gesundes „Wohlfühltraining“ sein, oder eben ein spezifisches Programm, um die körperliche Bewegungsqualität und Leistung zu verbessern. Dies ist immer davon abhängig, was der einzelne Anwender möchte. Vielen Menschen reichen dabei die Grundlagen von Stabilität und Struktur, aber wer wirklich dauerhaft seine körperliche Leistungsfähigkeit verbessern möchte, braucht dafür eine individuelle Trainingsplanung. Die Fighter-Fitness-Prinzipien helfen dabei, den eigenen Level zu erkennen und die Trainingsprogression dementsprechend anzupassen.

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